"Erfolgsfaktor Bildung als Schlüsselrolle für Wirtschaft und Integration"

Der Bildungsbericht 2008 hat erneut deutlich gemacht, dass der Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung nicht immer reibungslos funktioniert. Vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund haben hierbei große Nachteile. Dabei erwies sich bisher insbesondere in Deutschland eine angemessene Ausstattung mit Humankapital für die Erschließung und Sicherung wirtschaftlicher Wettbewerbsvorteile als unabdingbar.
Aus diesem Grund widmet sich der II. Ulmer Tag der Deutsch-Türkischen Wirtschaft bildungs- und ausbildungsspezifischen Themen. Er soll somit uns allen aufschlussreiche Erkenntnisse vermitteln und gleichzeitig Wege zu neuen Aufgabengebieten und Ansätzen erschließen.

ADUV hat es sich mit seinen Partnern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auch im Hinblick auf den Bereich Bildung zum Ziel gesetzt, die Kommunikation zwischen den Kulturen zu intensivieren und zu fördern, um so die Gesellschaft mit all ihren Facetten zu stärken. Damit soll die gesellschaftliche Partizipation jedes Einzelnen angeregt und gesteigert werden, um damit den Nutzen aller zu mehren. Erreichen wollen wir dies, indem wir Eltern, Vertreter öffentlicher und privater Institutionen aus dem Ausbildungs- und Bildungssektor, Studierende und Akademiker zusammenführen und ihnen durch den Bildungskongress eine Plattform zum gegenseitigen Austausch und zur Diskussion bieten.

Rund ein Viertel der in Deutschland aufwachsenden jungen Menschen hat einen Migrationshintergrund und doch haben laut PISA- und OECD- Studie Migrantinnen und Migranten in keinem anderen Industrieland der Welt so schlechte Chancen in der Schule und im Beruf wie hier. Warum nutzen wir dieses Potenzial nicht?
Stattdessen werden wir ständig mit den Auswirkungen missglückter Integration konfrontiert; sie zeigt sich in der Schule in Form von Gewaltbereitschaft und mündet in einer steigenden Bereitschaft zur Kriminalität. Das Problem wurde schon von vielen Seiten erkannt und es wurde auch an Lösungskonzepten gearbeitet, jedoch erfolgt kaum eine konkrete Umsetzung.

Wir möchten mit der Bildungskonferenz eine Plattform schaffen, um die Lernenden - in ihrer ganzen Vielfalt - in den Mittelpunkt zu stellen. Menschen mit Migrationshintergrund sind ein Bestandteil unserer Gesellschaft und das gesamte Bildungs- und Ausbildungssystem übernimmt eine Schlüsselrolle im Integrationsprozess. Es gibt andere Länder, wie zum Beispiel Kanada oder Schweden, die uns erfolgreich vorleben, wie man Vielfalt als positives Kapital einer Gesellschaft betrachtet.

In einer Gesellschaft, die auf das Wissen und Können jedes Einzelnen angewiesen ist und in der lebenslanges Lernen immer weiter an Bedeutung gewinnt, sollte man es sich zur Aufgabe machen, alle Bevölkerungsgruppen mit den gleichen Chancen auszustatten, um zukunftsfähig zu sein. Ein höheres Bildungsniveau führt zu einer Stärkung der Zivilgesellschaft und damit letztendlich auch zur Förderung von Integration und gesellschaftlicher Teilhabe.

Wir möchten hervorheben, dass auch die Mitbürger mit Migrationshintergrund ein unverzichtbarer und wertvoller Teil unserer Gesellschaft sind und ihren Mut und ihr Selbstbewusstsein stärken, denn es existieren viele, die es tatsächlich geschafft und großen Erfolg haben. Deshalb möchten wir solche Vorbilder vorstellen, um zu zeigen, welche Perspektiven sich durch Bildung eröffnen.

Natürlich lassen sich die aktuellen Probleme nur durch eisernen Willen und Tatkraft lösen, doch genau dazu möchten wir einen Impuls setzen, damit alle unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger ihr Potenzial erkennen und ihre Chancen nutzen.